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Bibliothek des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften

Bestände zum Ersten Weltkrieg in der Bibliothek des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (früher: MGFA)

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Die Bibliothek des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes ist eine wissenschaftliche, öffentlich zugängliche Spezialbibliothek mit einem Gesamtbestand von rund 260.000 Medien. Das MGFA ist eine Ressortforschungseinrichtung des Bundes und widmet sich der Grundlagenforschung zur Militärgeschichte. Die Bibliothek gehört zu einem Verbund von über 70 Fachinformationsstellen der Bundeswehr. Ihr Sammelschwerpunkt liegt auf nationaler und internationaler Militärgeschichte und angrenzender Wissenschaftsgebiete wie Politik-, Sozial- und Rechtswissenschaft. 225 laufende Zeitschriften werden vorgehalten. Obwohl die Bibliothek wie das Amt noch relativ jung sind – das MGFA wurde 1957 gegründet – besitzt die Bibliothek auch alte Schätze, die durch Schenkungen, Nachlässe und antiquarische Ankäufe hinzugekommen sind. Insgesamt stehen 22.000 Rara, also Handschriften oder Druckschriften, die vor 1850 entstanden sind, in einem gesonderten Magazin.


Die rund 1.600 Truppengeschichten von Einheiten des deutschen und österreichisch-ungarischen Heeres bis 1918 werden häufig nachgefragt und zur Beantwortung von Anfragen herangezogen. Zu einzelnen nichtdeutschen Regimentern sind in englischer und französischer Sprache auch einige wenige Regimentsgeschichten vorhanden. Die Quellengattung "Regimentsgeschichte" ist bislang von der Forschung noch nicht berücksichtigt worden, was jedoch eine lohnende Aufgabe wäre. Bezogen auf den Ersten Weltkrieg sind Truppen- und Regimentgeschichten meist im Umfeld der Veteranenkultur der Zwischenkriegszeit, also nach dem Ersten Weltkrieg,  entstanden. Die oft als "Erinnerungsblätter" titulierten Bände stellen Chroniken militärischer Einheiten dar. Im Mittelpunkt stehen Aufstellung, Gliederung, Stellenbesetzung, militärischen Erfolge, Ehrungen der Regimentsangehörigen und das Gedenken an die gefallenen und verwundeten Kameraden. Meist sind auch Fotografien aus den Einsatzgebieten beigegeben. Militärgeschichte wird in diesen Schriften mit Kriegs- und Operationsgeschichte gleichgesetzt. In der Memoirenliteratur, die ebenfalls zahlreich in der Bibliothek  vorhanden ist, findet man aus der persönlichen, individuellen Erfahrung heraus auch Schilderungen über die Schattenseiten des Krieges. Eine amtliche Darstellung der Kriegsabläufe legte das Potsdamer Reichsarchiv beziehungsweise die Kriegsgeschichtliche Forschungsanstalt des Heeres zwischen 1925 und 1956 in dem 14 Bände umfassenden Werk: "Der Weltkrieg 1914-1918" vor. Diese erschien im Verlag E. S.  Mittler und Sohn. Der letzte Band wurde durch das Bundesarchiv ediert.


Die gedruckten Ranglisten sind fast vollständig im Bibliothekskatalog verzeichnet. 474 Dienstvorschriften aus der Zeit des deutschen Kaiserreichs aus den Jahren 1871 bis 1918 sind im Bestand. Eine gute Quelle zu Kriegsmeldungen und über den Kriegsalltag sind die zeitgenössischen Militärzeitungen und Zeitschriften wie das Militär-Wochenblatt oder das Marineverordnungsblatt sowie regionale Periodika wie zum Beispiel das Königlich-Sächsische Militär-Verordnungsblatt oder das Königlich-Württembergische Militär-Verordnungsblatt. Raritäten wie die "Deutsche Internierten-Zeitung, hrg. mit Genehmigung des Schweizer Armeearztes von der Deutschen Kriegsgefangenen-Fürsorge Bern", "Granat-Splitter. Neueste illustrierte Kriegsberichte" aus Leipzig 1914-1916 oder lokale Kriegsausgaben von Zeitungen wie "Deutsche Kriegszeitung. Illustrierte Wochenausgabe, hrg. vom Berliner Lokal-Anzeiger 1914-1915 oder "Kriegs-Chronik der Münchner Neuesten Nachrichten" von 1914-1918 sind für  Militärhistoriker ebenfalls von Interesse. In den Periodika gewinnt man noch detaillierter als in den Regimentsgeschichten einen Überblick über Kriegsverläufe, Ernennungen, Beförderungen, Auszeichnungen, Todesfälle und sogar Familiennachrichten wie Verlobungen und Vermählungen von Offizieren.


Im Onlinekatalog der Bibliothek (OPAC) kann man auf der Internetseite des MGFA in den Beständen recherchieren.

Dr. Gabriele Bosch
Leiterin der Bibliothek
(Stand: 03/2012)

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